Linearperspektive (*)
Material für den Kunstunterricht
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Der Eindruck von Räumlichkeit
Wenn ich Objekte auf Papier so darstellen will, dass ein räumlicher Effekt entsteht, dann gilt es einige Eigentümlichkeiten zu beachten:
- Farben verändern sich scheinbar in der Ferne: unschärfere Kanten, geringere Kontraste, zunehmender Stich ins Blassblaue, Beispiel: die "blauen Berge".
- Körper verdecken einander (vorne / hinten), Beispiel: Obst.
- Gegenstände in der Ferne erscheinen als kleiner (groß / klein), Beispiel: Kakteen in der Wüste.
- Gegenstände auf einer Ebene scheinen in der Ferne näher am Horizont zu liegen (tief / hoch), Beispiel: Landstraße.
- In die Raumtiefe führende Winkel erscheinen verzerrt - je nach Beobachterstandpunkt, Beispiel: Würfel, Tisch, Haus.
- In die Raumtiefe führende parallele Linien scheinen in einen Punkt zusammenzulaufen, Beispiel: Eisenbahnschienen, Straßen, Flure.
Übung: Zeiche mit Bleistift oder male farbig Luftballons; alle sollen real gleich hoch am Himmel schweben, alle sind eigentlich gleich groß - aber sie sind unterschiedlich weit entfernt. Der Horizont - beim Blick geradeaus in der Bildmitte - soll hier auf etwa ein Drittel abgesenkt werden, um Platz für die Ballons zu haben (Arbeit von Marina M., 2005, Klasse 7; allerdings schweben hier die beiden vordersten Ballons, grün und gelb, deutlich tiefer als die anderen).
Die Linearperspektive ist die Perspektive der Linien. Die Beschäftigung damit klärt, wo denn dieser Punkt liegt, auf den die Linien in der Ferne zuzulaufen scheinen oder wie die Winkel eines Tisches verzerrt werden, wenn ein Baby diesen Tisch von schräg unten anschaut und ein Jugendlicher denselben Tisch von schräg oben.
Die Linearperspektive wird hier in vier Schritten geklärt:
- Die Perspektive beim Blick geradeaus, die Dinge stehen unverkantet (frontal) vor mir: ein Fluchtpunkt
- Die Perspektive beim Blick geradeaus, die Dinge stehen schräg vor mir: zwei Fluchtpunkte
- Die Perspektive beim Blick von oben: drei Fluchtpunkte
- kurz: Schatten
© Michael Kraus, 2000 bis 2010
Diese Darstellung folgt
in den Kapiteln 1 bis 3 Willi Bärtschi: Linearperspektive I, Ravensburg 1979, 2. Auflage.
Das Buch hat mir Kollegin KNC freundlicherweise ausgeliehen; danke.
Das Kapitel 4 (Schatten) lehnt sich an Rudolf Schmidt, Perspektive Schritt für Schritt, Augsburg 1995, an.
Der gesamte Text ist in allen Teilen Eigenarbeit, die Graphiken auch, wenn nicht namentlich anders gekennzeichnet.