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Material für den Pädagogikunterricht

Piaget - Gesprächsanalyse

Piagets Theorie ist bekanntlich induktiv: Er führte Gespräche mit Kindern, er beobachtete sie auch genau und entwickelte aus diesem empirischen Material seine Begriffe. - Das sollte auch ein zweites Mal gelingen: Indem man so ein Gespräch analysiert und daraus zu Piagets Begriffen kommt. Man muss allerdings zugeben, dass es sich bei diesen Gesprächsprotokollen um eine eher fremde Textsorte handelt. Nur ist es oft so, dass in Klausuren und mündlichen Prüfungen, die sich mit Kindergesprächen befassen, sehr flüchtig über die kindlichen Vorstellungen hinweggegangen wird oder einfach nur gewertet sind, dass dieses Kind "noch nicht" oder "nicht richtig" weiß, was los ist ... statt zu analysieren, wie das Kind denn denkt (und nicht, wie es nicht denkt).
Das wird nun hier vorgeführt. Als Material dient ein Text aus Zeitungskolleg "Achtung Kinder", Studienführer, Band 2, hg. von Bernhard Späth am Deutschen Institut für Fernstudien, 1979 (auch in: Kursbuch Erziehungswissenschaft, Cornelsen-Verlag, 2010, S. 211 f.).
Allerdings: Dieses Gespräch hat nicht Piaget geführt! Es ist aber in seinem ganzen Charme und in der Gesprächsführung des Vaters dem Material Piagets sehr ähnlich.
Sichtbar ist hier zunächst nur die Gliederung, nach Klick dann der Vorschlag einer Lösung.

    Eine Klausur könnte etwa diese Aufgabenstellung haben:
  1. Arbeiten Sie aus dem vorliegenden Gespräch das Thema, die Hauptgedanken und den Verlauf heraus - konzentrieren Sie sich dabei auf Paula und ihren Vater.
  2. Erläutern Sie mit dem Entwicklungsmodell Piagets, warum im Text Paula so denkt und sich so verhält, und vergleichen Sie Piagets Ansatz mit dem psychosexuellen Modell; beziehen Sie sich dabei weiterhin auf den vorliegenden Text.
  3. [Stellungnahme, praktische Vorschläge...]

Die erste Aufgabe - nur diese - könnte etwa so gelöst werden:

Einleitung; wer, wann (evtl. wo und wie)

Die äußeren Umstände (siehe auch davor), der äußere Ablauf. Auf Erklärungen, Schlussfolgerungen und Interpretationen sollte in diesem Aufsatzteil noch möglichst verzichtet werden.

Analyse - erst hier! Wie denkt das Kind, wie wird es mit unangepassten Vorstellungen fertig; evtl. je nach Aufgabenstellung auch die Analyse weiterer Personen (hier: des Vaters). Bei dieser Aufgabenstellung ist in Teil 1 noch nicht nach der Theorie Piagets gefragt; darum geht es hier erst in Aufgabe 2.

Zu Aufgabe 2 - die allgemein übliche Einordnung in ein Modell und dann der Bezug auf ein zweites Modell - siehe hier als Vorüberlegungen (getrennt vom Klausurmuster) die Seite mit den Grundbegriffen Piagets und die Seite zum psychischen Apparat Freuds.

© Michael Kraus, November 2011