Material für den Deutschunterricht
Grundqualifikation am Ende der Mittelstufe
Vorbemerkung
Man kann ohne Weiteres in der Broschüre des Schulministeriums nachlesen, was Schüler am Ende der Mittelstufe des Gymnasiums in Deutsch können sollen. Man kann auch das schuleigene Curriculum nachlesen.
Die Frage ist, ob man nach der Lektüre schlauer ist.
Mein Eindruck ist, dass man da außer einem Brummschädel nicht viel bekommt, z.B. keinen Klartext, was denn nun Töchterchen und Sohnemann - oder eben man selbst - am Ende der Klasse 9 können soll.
Hier folgt nun eine persönliche Darstellung, die diese Grundqualifikation am Ende der Mittelstufe einmal in einem Klartext beschreibt. Diese Darstellung basiert auf dem Lehrplan NRW für Gymnasien, sie hält sich auch an das schuleigene Curriculum, aber sie traut sich eben Klartext zu. Nach 30 Jahren Berufspraxis kann so etwas einmal "drin" sein.
Rechtschreibung
- s-Laut (reformierte Rechtschreibung)
- groß / klein mit Artikelprobe (+ "nichts", "alles", "etwas")
- Gebrauch des Dudens in schwierigen Fällen (z.B. Farben, Tageszeiten, Mengenangaben) und für Getrennt-/Zusammenschreibung
- Standardfehler ("desweiteren", "die Anderen", "ausversehen" ...), falscher Apostroph
Grammatik, Zeichensetzung
- Hauptsatz: Prädikat im einfachen Satz an zweiter Stelle der Satzglieder
- Satzteile, Apposition, die wichtigsten Wortarten
- die Zeitformen, die Modi
- Nebensatzarten: Adverbialsatz, Relativsatz, Inhaltssatz ("dass..."); komplexe Satzgefüge analysieren können
- Kommaregeln (fünf Regeln, siehe Anhang)
Arbeitstechniken
- Anmerkungen und Markierungen bei literarischen und Sachtexten (funktional, wohl dosiert, mit Kürzeln)
- ein Konzept für einen Aufsatz (Klassenarbeit) erstellen
- eine Mindmap anfertigen
- Recherchen im Internet mit Suchmaschine (Google: "erweiterte Suche") und Katalog; Textauszüge kopieren und kommentieren; Internetadressen zu einer Themen-Empfehlung zusammenstellen
- Recherche in der Schulbücherei
- Vorarbeiten zu einem Referat auf Basis eines Schulbuches
- Textverarbeitung: Ordner wechseln, anlegen, umbennen; Dateien suchen, öffnen, speichern; Zeichenformate, Absatzformate (auch: Listen), Seitenumbruch; Seitenzählung; Layout: Berücksichtigung von Lesbarkeit einerseits und Aufmerksamkeit andererseits
mündliche Kommunikation
- 10 Minuten lang einen literarischen und ebenso einen nicht-literarischen Text aus dem Lesebuch sinnerfassend laut vorlesen
- an einer Diskussion aktiv teilnehmen
- eine Diskussion leiten, einen Diskussionsablauf bewerten
- ein Streitgespräch / einen Streit schlichten
- Schülerinteressen beim Lehrer vertreten
- einen kurzen Vortrag halten (z.B.: "Mein Hobby ...")
- ein Einstellungsgespräch führen (sich vorstellen)
schriftliche Darstellungsfertigkeiten
- Aufbau einer Analyse (Thema, Argumente, Analyse, Position)
- Zitiertechnik (Zitate nicht in Klammern, Trennung von inhaltlichem Zusammenhang und Fundstelle)
- indirekte Rede, Paraphrase
- Inhaltsangabe (Präsens, Rückblick im Perfekt)
- Erzählen (im Präteritum, mit offenem Anfang; Schilderung von Körpersprache als Ausdruck der inneren Haltung)
- Analyse von einfachen Gedichten in gebundener Form
- Protokoll einer Unterrichtsstunde
- Beschreibung von Arbeitsabläufen und technischen Vorgängen
- Bewerbung (Anschreiben, Lebenslauf)
- Formaldaten im Kopf einer Klassenarbeit/Klausur: Nummer, Datum, Text, Thema
Textsorten
- Kurzgeschichte, Erzählung/Roman (Novelle?)
- Gedichte in traditionell-gebundener Form (Versmaße, Reimschemata) (Sonett?)
- Bühnenstück (Handlung, Regieanweisung, Interessen, Intentionen)
- Merkmale einer Boulevardzeitung
- Bildbeschreibung
ästhetisch-produktive Grundfertigkeiten
- kurze Sequenzen darstellerisch vorführen (Szene eines Bühnenstückes, geänderte Szene; Erzählsequenz als Szene; praktische Anliegen szenisch dargestellt)
- eine Kurzgeschichte schreiben
- ein kritisches / praktisches Anliegen für eine Schülerzeitung / Homepage / als Leserbrief formulieren
- Lesbarkeit sichern und Aufmerksam erzeugen durch Inhalt und Layout bei der Textverarbeitung am Computer